Was macht eigentlich...Hilde Gerg?

Die ehemalige Skirennläuferin Hilde Gerg gewann in ihrer Karriere insgesamt sechs olympische und WM-Medaillen und ist Olympiasiegerin von 1998. Bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City war sie Fahnenträgerin der deutschen Delegation.

Was macht Hilde Gerg heute?

Ich bin Hausfrau und Mutter, vermiete Ferienwohnungen und biete in der Praxis meines Freundes Markus Hirschbiel Personal-Training an.

Welches sportliche Ereignis aus der langen Karriere ist am stärksten in Erinnerung geblieben?

Von den unbeschreiblichen Emotionen her natürlich der Olympiasieg, (1998, Nagano, Slalom. Anm. d. Red.). Außerdem bleibt einem dieser „Titel“ Olympiasieger ja für immer. Für mich persönlich steht allerdings die Bronzemedaille, die ich 2001 bei den Weltmeisterschaften in St. Anton im Super-G gewonnen habe ganz oben. Ich hatte mir ca. ein Jahr zuvor den Unterschenkel gebrochen und wusste nicht, ob ich jemals wieder Skirennen bestreiten können würde. Dann bei der WM wieder eine Medaille gewonnen zu haben, schätze ich rein von der sportlichen Leistung her am höchsten ein.

Wie ist eigentlich der Name: „Wilde Hilde“ entstanden und von wem stammt er?

So wurde früher schon meine Mutter genannt, was die Wenigsten wissen. Auf mich wurde der Spitzname nach dem Riesenslalom bei den Olympischen Spielen 1994 in Lillehammer erstmals angewendet. Ich war nach dem ersten Durchgang Zweite und stürzte dann nach einer eben wilden und unruhigen Fahrt kurz vor dem Ziel. Dabei lag ich klar auf Medaillenkurs und Gerd Rubenbauer prägte dann den Ausdruck von der „wilden Hilde“, der mir dann auch geblieben ist.

Was hat sich im Skisport auf professioneller Ebene im Vergleich zu den 90ern verändert?

Durch die Einführung der Carving-Ski, die ich nur im Slalom zum Ende meiner Karriere noch wettkampfmäßig gefahren bin und die daraus resultierenden höheren Fliehkräfte sowie den inzwischen hauptsächlich verwendeten Kunstschnee ist der ganze Sport wesentlich dynamischer und auch schwieriger geworden. Das führte natürlich auch dazu, dass die heutige Generation der Alpinen noch fitter sein muss, um den Umständen gewachsen zu sein.

Wenn Sie heute erneut vor der sportlichen Wahl stünden, würden Sie sich wieder für den Skisport entscheiden?

Eigentlich habe ich mich nicht bewusst für oder gegen den Skisport entschieden. Ich bin an einem Berg aufgewachsen, schon zur Schule mit Ski gefahren. Irgendwann habe ich mich dann dem örtlichen Skiclub angeschlossen, die Sache begann immer mehr Spaß zu machen und so bin ich meinen Weg einfach weiter gegangen. Vor der Wahl: „Skisport: Ja oder Nein“ stand ich eigentlich nie.

Sind Sie dem Skisport noch verbunden oder beobachten ihn zumindest noch?

Sicher fasziniert einen der Sport nach wie vor. Man freut sich, wenn die Weltcupsaison wieder losgeht. Eine Zeit lang hatte ich überhaupt keinen Bezug mehr zum Skisport, nun aber, auch durch Bezug von Markus zu den Sportlern ist der Kontakt wieder intensiver geworden.

Und gibt es noch Kontakt zu den „alten Mitstreitern“?

Ich habe noch sehr intensiven Kontakt zu Sibylle Brauner, die schon damals mit mir das CJD in Berchtesgaden besucht hat. Hier ist ein wirklich freundschaftlicher Kontakt entstanden, ich bin z.B. ihre Trauzeugin. Zu Annemarie (Gerg, Anm. d. Red.) ist natürlich familiärer Kontakt vorhanden. Kontakte gibt es auch zu den Lenggrieser Skifahrern, aber sonst ist ein Kontakt über so viele Jahre natürlich immer schwierig aufrecht zu erhalten.

Was gefällt oder missfällt Ihnen am heutigen Skisport im Vergleich zu „Ihrer“ Zeit und war eine Zeit „besser“?

Das kann ich gar nicht mehr beurteilen, da ich als nicht mehr Aktive Außenstehende bin.

Ein Blick nach vorne: Gibt es irgendwelche privaten oder beruflichen Projekte, die geplant sind?

Ich habe ein Studium als Gesundheitsmanagerin begonnen, in das ich viele Erfahrungen aus meinem Sport einfließen lassen kann. Daraus ergibt sich schließlich auch das Personal-Training, das ich momentan anbiete.