Was macht eigentlich...Manfred Schnelldorfer?

Er war zu seiner Zeit ein herausragender Eiskunstläufer, nicht nur deutschlandweit: Manfred Schnelldorfer, der Olympiasieger und Weltmeister von 1964.

Wir wollten wissen, was er heute macht.

Was macht Manfred Schnelldorfer heute?

Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und fotografiere sehr viel. Außerdem habe ich einen eigenen München-Führer als USB-Stick herausgebracht und bin auch noch Model.

Sind Sie dem Eiskunstlauf noch verbunden oder beobachten ihn zumindest noch?

Selbstverständlich beobachte ich den Eiskunstlauf noch im Fernsehen, das ist mir ganz wichtig,

Was gefällt oder missfällt Ihnen am heutigen Eiskunstlauf im Vergleich zu „Ihrer“ Zeit?

Für mich ist das immer noch die schönste Sportart. Eine Zeitlang war mir Eiskunstlauf allerdings zu gekünstelt und auf Show getrimmt, besonders beim Eistanz. Im Bereich des Herreneiskunstlaufs sollte man sich im punkto Kostüm etwas zurücknehmen. Der Sport ist nach wie vor sehr hart und sehr schwer zu erlernen, was sich auch im Kostüm widerspiegeln sollte.

Was war das Highlight in Ihrer Karriere?

Zweifellos der Olympiasieg. Das ist schließlich für jeden Sportler das höchste Ziel.

Warum haben sie direkt danach aufgehört?

Ich hatte meinen Höhepunkt mit Olympiasieg und Weltmeistertitel erreicht. Außerdem war ich ja bereits 10 Jahre international aktiv.

Wenn Sie könnten, was würden Sie in Ihrem Leben nachträglich ändern?

Sportlich eigentlich nichts, es war gut so, wie es war.

Gibt es sonst noch etwas, was Sie gerne loswerden möchten?

Da wären wir wieder bei einer früheren Frage. Es wird ja immer gerne der heutige mit dem damaligen Eiskunstlauf verglichen. Zu unserer Zeit fraß die Pflicht, die es heute nicht mehr gibt, die ich aber sehr gerne gelaufen bin, 2/3el unserer Trainingszeit auf. Die Pflicht verlangt ganz andere Talente. Heute wird vor allem drei- und vierfach gesprungen. Das hätten wir mit den heutigen Erkenntnissen auch gekonnt, Uns fehlte der Bereich der Trainingslehre und der Biomechanik in Deutschland fast komplett. Außerdem fehlen heute die Persönlichkeiten fast komplett, vielleicht mit Ausnahme  von Jewgeni Pluschenko. Das liegt daran dass heute zu viele Personen auf einen Sportler „angesetzt“ werden. Choreographen, Ballettmeister, Trainer, Psychologen etc. Ein junger Mensch muss sich doch irgendwann entfalten können und seinen eigenen Stil prägen. Das ist heutzutage fast unmöglich, wenn die Persönlichkeit nicht extrem stark ist. Auch das Publikum merkt, ob der Sportler seinen eigenen oder einen eher aufgesetzten Stil hat. Da ist eben Pluschenko ein absolutes Vorbild.
Außerdem ist im Bereich Eiskunstlauf sicherlich erwähnenswert, dass wir immer noch das gleiche Sportgerät verwenden. Bei uns gibt es keinerlei Materialschlachten.