02/09Editorial Liebe Leserinnen und Leser, im Bereich der Dopingbekämpfung bewegt sich viel: Die
NADA baut ihre Kooperationen mit den Nachbarländern weiter aus, sie gibt
eine neue Broschüre speziell für Eltern von jungen Leistungssportlerinnen
und Leistungssportlern heraus, und es gibt spannende Neuigkeiten aus der
Analytik in Sachen Nachweisbarkeit von Gendoping. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen. Ihr Aktuelles Thema Neue Meldepflichten: positive EffekteDie NADA zeigt sich nach den ersten Erfahrungen seit
Einführung der neuen Meldepflichten sehr zufrieden mit dem
Abmeldeverhalten der Athletinnen und Athleten. Der Prozentsatz von
Athletinnen und Athleten, die ihre Whereabouts gar nicht oder
unvollständig abgaben, liegt derzeit bei unter fünf Prozent, was ein sehr
gutes Ergebnis bedeutet. Durch die qualitative Verbesserung der
Aufenthaltsangaben nach dem neuen Standard für Meldepflichten konnte die
Zahl der "nicht erfolgreichen Kontrollversuche" reduziert werden.
Insgesamt ergibt sich somit eine klare Verbesserung des
Dopingkontrollsystems. NADA-Nachrichten Internationale Zusammenarbeit: neue VereinbarungDie NADA hat eine Vereinbarung mit den Nationalen Anti-Doping-Organisationen Frankreichs, Österreichs und der Schweiz unterzeichnet. Die vier Nachbarländer wollen künftig im Anti-Doping-Kampf noch enger zusammenarbeiten und erwarten dadurch sowohl Synergieeffekte als auch einen stärkeren internationalen Einfluss. Bei einem Treffen in Bern Anfang März fand ein Austausch zu den Themen Umsetzung des neuen WADA-Codes sowie medizinische Ausnahmegenehmigungen statt. Beim nächsten Treffen sollen die Prävention sowie der Austausch und die gemeinsame Nutzung von Materialien im Mittelpunkt stehen.
Offenes Ohr: Anlaufstelle für Athletinnen und Athleten im VorstandDie NADA weist noch einmal darauf hin, dass das Vorstandsmitglied Sebastian Thormann als Ansprechpartner für Athletinnen und Athleten fungiert. Als ehemaliger erfolgreicher Spitzensportler steht der Ruder-Weltmeister von 2002 und Olympiateilnehmer von 2004 in prinzipiellen und strategischen Fragen gerne zur Verfügung. Sebastian Thormann ist Arzt und aus diesem Grund im Vorstand der NADA auch zuständig für den medizinischen Bereich.
Wettkampfkontrollen: Kortisonbehandlung unbedingt angebenAthletinnen und Athleten, die mit Glukokortikoiden ("Kortison") behandelt werden, müssen diese Behandlung bei Wettkampfkontrollen seit diesem Jahr zwingend im Kontrollformular angeben. Das betrifft die nicht systemische Behandlung, also Spritzen in Sehnen und Gelenke, kortisonhaltige Sprays zur Inhalation sowie Präparate zur lokalen Anwendung wie zum Beispiel Salben, Augen- oder Ohrentropfen. Wer die Angabe einer solchen Behandlung auf dem Kontrollformular versäumt, riskiert eine Bestrafung. Bei chronischen Krankheiten und Daueranwendung muss ein Antrag auf eine medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) gestellt werden.
Viel gefragt: Medikamentendatenbank NADAmedDie Online-Medikamentendatenbank NADAmed wächst und erfreut sich steigender Beliebtheit. Die derzeit knapp 3.000 Medikamente und Substanzen umfassende Datenbank wird inzwischen rund 1.300 Mal im Monat konsultiert. Dabei werden monatlich mehr als 3.300 Präparate abgefragt.
Gut zu wissen: T/E-InformationWie ist nach WADA-Richtlinien die Vorgehensweise bei einem erhöhten T/E-Befund (Testosteron/Epitestosteron)? Alle Informationen zu diesem Thema können im Online-Angebot der NADA als PDF heruntergeladen werden.
Für Eltern: neue Broschüre zur DopingpräventionDie NADA hat eine Broschüre aufgelegt, die speziell auf die Bedürfnisse von Eltern von Nachwuchs-Leistungssportlerinnen und -sportlern zugeschnitten ist. Die Broschüre "Gemeinsam gegen Doping" enthält nicht nur die wichtigsten Informationen über die Anti-Doping-Regelwerke, die medizinischen Grundlagen und die Folgen von Doping, sondern auch viele Tipps zum Umgang mit dem Thema Doping und Leistungssport. Eine wichtige Informationsquelle für alle, deren Kinder sich bereits im Leistungssport befinden oder auf dem Weg dorthin sind. Ein Bestellformular befindet sich im Download-Bereich auf der NADA-Homepage.
Aus der Analytik: erstes Nachweisverfahren für GendopingDie Arbeitsgruppe um Professor Mario Thevis und Professor Wilhelm Schänzer vom Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln haben das erste Nachweisverfahren für eine Gendopingsubstanz entwickelt. Es handelt sich um eine massenspektrometrische Methode zum Nachweis von GW1516, das erst seit 2009 als Gendopingmittel auf der Dopingliste steht. GW1516 befindet sich zurzeit in fortgeschrittenen klinischen Testphasen und wird zur Behandlung von Fettleibigkeit und metabolischem Syndrom entwickelt. Im Sport könnte diese Substanz zur Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit missbraucht werden. Im Fokus Hinweis aus der "Regelecke"Die NADA weist aus aktuellem Anlass auf die Regelung aus dem Standard für Dopingkontrollen (3.3.2.) hin. Danach ist der Dopingkontrolleur oder ein Chaperon verpflichtet, die Athletin oder den Athleten vom Zeitpunkt der Benachrichtigung über die Dopingkontrolle bis zum Verlassen der Dopingkontrollstation am Ende der Probenahme unter ständiger Beobachtung zu halten. Damit wird ausgeschlossen, dass die Probe zum Beispiel durch Urinaustausch oder Ähnliches manipuliert werden kann. Bereits ein Zeitraum von zehn Minuten kann ausreichen, um Manipulationen vorzunehmen – das ist der Grund, weshalb diese Regel streng einzuhalten ist. Vorgestellt: die Gremien der NADA
Das KuratoriumIm Kuratorium der NADA engagieren sich von den Gründungspartnern berufene Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Sport und Gesellschaft. Das Kuratorium hat neun Mitglieder und übt praktisch die Funktion des Aufsichtsrats aus. Kuratoriumsvorsitzender ist Hanns Michael Hölz, Managing Director der Deutschen Bank AG. Die weiteren Mitglieder: Vorgestellt: die Abteilungen der NADA
Abteilung DKS (Doping-Kontroll-System)In der Abteilung DKS sind derzeit sechs Personen tätig:
Matthias Blatt (Leiter), Karim Chtai, Daniel Fetzer, Regine Reiser, Julia
Schlochow und Elena Thiemer (Statistik, stundenweise) sowie Franziska Gröf
als studentische Hilfskraft. Online-Angebote der NADA Handlungswissen Beispiele aus der TrainingspraxisDie Krisen und Belastungen, die zu Doping führen können, sind vielfältig, und ebenso sind die Möglichkeiten, präventiv oder unterstützend tätig zu werden, individuell verschieden. Auf der Trainer-Plattform der NADA zeigen konkrete Beispiele aus dem Trainingsalltag, was Trainerinnen und Trainer im Einzelfall tun können, etwa wenn der Leistungsdruck zu groß wird, wenn eine Athletin oder ein Athlet auffällige Verhaltensänderungen zeigt oder wenn allzu ehrgeizige Eltern den Trainingsplan mitbestimmen wollen. Wissenstest Neue Fragen onlineDer Wissenstest zum Thema Doping ist die meistbesuchte Seite bei www.highfive.de, dem Online-Angebot der NADA für junge Athletinnen und Athleten. Der Wissenstest soll nicht nur den "sportlichen Ehrgeiz" wecken, er animiert auch dazu, auf der Suche nach Antworten in den vertiefenden Informationen des Online-Angebots zu stöbern. Die Auswertungen zeigen, dass die Jugendlichen alles in allem recht gut über Doping und die Anti-Doping-Regelwerke Bescheid wissen: 88 Prozent erhielten ein Ergebnis zwischen 23 und 33 Punkten (bei 33 möglichen Punkten). 11 Prozent erreichten immerhin noch 11 bis 22 Punkte, nur ein knappes Prozent lag darunter. Von der Gesamtzahl aller angeklickten Antworten waren 83 Prozent richtig. Ganz aktuell gibt es jetzt eine Neuauflage des Wissenstests mit elf neuen, mal kniffligen, mal witzigen Fragen.
Impressum Die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland ist eine
Stiftung des Bürgerlichen Rechts. Kuratorium: Zuständige Aufsichtbehörde: Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß § 27 a
Umsatzsteuergesetz: Kennen Sie schon
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